Luise F. Pusch erhielt Büchner-Preis und kann (ab- bzw. /vor-)rechnen, was es damit auf sich hat

Luise F. Pusch hat am 27.11.2016 in Darmstadt den Luise Büchner-Preis für Publizistik erhalten. Die Laudatio bringt es auf den Punkt. Genauso lesenswert die Antwort der Preisträgerin. Daraus zitiert:

Als feministische Sprachwissenschaftlerin kann ich es mir nicht verkneifen, ein paar Bemerkungen zu dem Umstand zu machen, dass in Darmstadt zwei Büchner-Preise verliehen werden. Der eine ist der angesehenste deutsche Literaturpreis, ist ziemlich hoch dotiert, wird fast ausschließlich an Männer vergeben und meist kurz Büchner-Preis genannt. Der andere heißt Luise-Büchner-Preis für Publizistik, ist geringer dotiert und weniger bekannt und wurde bisher nur an Frauen vergeben. Sie sehen, die beiden Preise bilden die Geschlechterhierarchie ziemlich akkurat ab.

 

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Rückblick: Tolle Filme in 2016

Beeindruckendster Film 2016 war für mich der Film „Ich, Daniel Blake“ von Ken Loach (Jahrgang 1936). Der Filmemacher zeichnet anhand des 59-jährigen gesundheitlich angeschlagenen Handwerkers Daniel Blake und der alleinerziehenden Mutter Katie im britischen Newcastle nach, wie schnell Menschen aus dem sozialen System geworfen werden (können), wie (Ausschluss)Mechanismen aussehen, wer welche Rollen in diesem System einnimmt und (aus/be)nutzt und wie wenig Aktionsradius Betroffene dann noch haben, ihre Würde zu bewahren. Bis zur Kriminalisierung der Armen ist es ein kleiner Schritt.

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Marta Press hatte ein gutes Jahr 2016!

Im August/September 2016 hatten wir die Unterstützung von zwei Praktikantinnen und wir haben entsprechend fleißig gearbeitet. Planmäßig ist unser erstes Hardcover- und Kinderbuch erschienen: Flora und der Honigkuss“. Es wurde in der L-Mag und in der Missy positiv rezensiert.
(Dies ist auch ein bißchen ein historisches Ereignis, da Marta Press bislang von manchen feministischen Medien ignoriert worden ist bzw. immer noch wird, wie zum Beispiel von  Emma oder Wir Frauen.

Es gab über 20 Lesungen in diesem Jahr!
Im Juni waren wir mit einem Bücherstand bei der Radical Bookfair in Hamburg vertreten und Ilka Haederle las aus ihrem Buch „Die Andere“.
Im September 2016 lasen unsere drei Autorinnen aus Berlin Juliane Beer, Ulrike Gramann und Katrin Heinau bei der Langen Nacht der Literatur in Hamburg vor ausgebuchtem Lesesaal.

Die Autorin Barbara Müller und die Illustratorin Ann-Kathrin Nikolov lasen im November 2016 auf der Messe „Queeres Verlegen“ in Berlin und der verlagseigene Bücherstand wurde sehr gut frequentiert. Als Standnachbarinnen hatten wir die erfahrenen Kolleginnen vom Verlag „Krug & Schradenberg“. Und es gab ein schönes Essen mit einigen Autorinnen und der Verlegerin im „Safran“.

Ein großer Erfolg war natürlich die Nominierung des Buches „Pici“ von Robert Scheer auf der Longlist der Hotlist der Unabhängigen Independentverlage. Von 158 Einsendungen kamen wir unter die ersten 30.
Im Dezember 2016 hat der Tagesspiegel das Buch in seinem Beitrag „Ich denke, sie verhungerten einfach“ gewürdigt.

Alles in Allem ist die Verlegerin sehr zufrieden mit dem Verlagsjahr. Und mit spannenden Büchern wird es in 2017 weitergehen! Hier schon mal die Vorschau!

Zum Todestag 07.02.2017 von Roger Willemsen

2016 habe ich auch Roger Willemsen (*1955) vermisst, der am 07. Februar 2016 ganz in meiner Nähe gestorben ist. Ich habe ihn als (traumatisierten) Menschen und Intellektuellen leider erst sehr spät entdeckt, durch die Medienberichte über seine Krebs-Diagnose im August 2015. (Mein Mann & Freund war nur wenige Wochen zuvor an Krebs gestorben.) Willemsen und seinem Umfeld ist es gelungen, das er seine letzten Lebensmonate geschützt vor grenzüberschreitenden Medienberichten verbringen konnte.

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Sterben, Tod, Trauer, (Über)Leben

Ich vermisse meinen Freund und Partner Andreas Reich (*1965-†2015), mit dem ich 14 Jahre verbringen durfte. Mit ihm habe ich den Verlag aufgebaut. Während seiner Erkrankung habe ich ihm das Buch „Arbeit und Struktur“ (Blog) von Wolfgang Herrndorf (*1965-†2013) vorgelesen. Es gab Parallelen und Unterschiede in der individuellen Bearbeitung des Themas „Krebs“ durch beide betroffene Männer.

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Politischer Ausblick auf 2017

Die neue Oxfam-Studie über Wohlstand & Armut zeigt: 8 Männer besitzen mit rund 426 Milliarden US-Dollar mehr Geld als rund 3,7 Milliarden Menschen – und somit mehr als die Hälfte aller Menschen auf unserem Planeten:

Microsoft-Gründer Bill Gates = 75 Milliarden Dollar
Zara-Gründer Amancio Ortega = 67 Milliarden Dollar
Investmentler Warren Buffet = 60,8 Milliarden Dollar
Mobilfunkunternehmer Carlos Slim Helu =50 Milliarden Dollar
Amazon-Chef Jeff Bezos= 45,3 Milliarden Dollar
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg = 44,6 Milliarden Dollar
Oracle-Chef Larry Ellison = 43,6 Milliarden Dollar
Wall-Street-Größe Michael Bloomberg = 40 Milliarden Dollar

(Die reichste Frau ist übrigens Liliane Bettencourt mit 36,1 Milliarden Dollar. Wer noch mehr wissen will: hier die Forbes-Liste 2016). Aber darum geht es gerade nicht.

Es geht darum, dass noch nie in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte der Wohlstand weltweit so ungleich verteilt ist wie heute.

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