Das (unberechtigte) Jammern der Verlage und die (fehlenden) Rechte der AutorInnen

Die VG Wort vertritt 4.200 Verlage und über 100.000 Autorinnen und Autoren.
Derzeit ist das grösste Thema die Rückforderung der über 100 Millionen Euro von den Verlagen, die an die Verlage unter Vorbehalt gezahlt wurden und lt. richterlicher höchster  Instanz den AutorInnen zustehen.

Das Vorgehen der mittleren und großen Verlagshäuser, die nun das Geld er Autorinnen und Auten behalten wollen, stößt in den eigenen Reihen bei einigen Verlegerinnen und Verlegern auf Unverständnis: „Spätestens seit 2013 wissen wir Verleger aus dem Verlauf der Gerichtsverfahren, dass die Rückzahlungsforderung von VG Wort mit größter Wahrscheinlichkeit kommt. Daher war es seither nur realistisch, die Ausschüttungen in die Rückstellung zu buchen und nicht als wirklichen Gewinn zu werten.“ Die VG Wort habe die Tantiemen seit 2013 immer nur unter Vorbehalt an die Verlage ausgezahlt. (…) Unternehmen, die diese Umsätze deshalb zurückgestellt haben, konnten die Tantiemen deshalb „ohne irgendwelche Probleme“ an die VG Wort zurücküberweisen. „Mir ist das Selbstmitleid von Verlegern peinlich“, so Wolfgang Pabst im Artikel von Meedia. Pabst führt einen Wissenschaftsverlag für Medizin-, Pflege- und Psychologie-Themen.

Viele mittlere und große Verlage (siehe hier Beispiele vom Böhlau Verlag, Kiepenheuer & Witsch, Wochenschau Verlag, mareverlag, Tredition, Hoffmann & Campe, Franz Steiner Verlag, Piper Verlag, Droemer Knaur, Vandenhoeck & Ruprecht, Ullstein, Aufbau Verlag, Verlagshaus Würzburg, Carlsen Verlag, Verlag C. H. Beck u.a.) fordern nun von ihren AutorInnen, Verzichtserklärungen für die Jahre 2013-2015 zu unterschreiben, damit sie das Geld behalten können.
Jammern und Verzichtserklärungen von ihren AutorInnen einfordern – dies praktizieren paradoxerweise derzeit scheinbar vor allem Verlage, die es finanziell nicht nötig hätten.
Es wird aber im Kontext des VG-Wort-Urteils oft mit einer „existenziellen Bedrohung“ der kleiner(en) und unabhängigen Verlage argumentiert: die „Vielfalt der Verlagslandschaft“ sei in Gefahr. Aber gerade die kleinen Verlage zahl(t)en die Tantiemen oft umstandslos zurück. Fest steht, Marta Press (ein echt kleiner, unabhängiger Verlag) hatte überhaupt keine Probleme mit der Rückzahlung. Genauso geht es dem etwas grösseren  Uschtrin-Verlag, der auf seiner Facebook-Seite schreibt:

Gleich überweise ich die 8.185,16 Euro, die die VG WORT fälschlicherweise in den Jahren 2012 bis 2015 an meinen Verlag gezahlt hat. Ich habe damit kein Problem. Denn dieses Geld steht den Autorinnen und Autoren zu, ohne Wenn und Aber. Und weil die VG WORT mir (und allen anderen Verlagen) dieses Geld in diesen Jahren nur unter Vorbehalt ausgezahlt hat, habe ich es selbstverständlich nicht ausgegeben und kann es jetzt problemlos zurückzahlen. Ich kann AutorInnen nur raten, keine Verzichts-/Abtretungserklärung zu unterschreiben.

 

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