Parität in Jurys im Kulturbereich? In der Jury vom Deutschen Verlagspreis 2020 beträgt der Frauenanteil unter 30 Prozent

#frauenzählen

Der Deutsche Verlagspreis, in 2019 mit reichlich Pannen, Kritik und Irritationen gesegnet, wird aktuell in 2020 zum zweiten Mal ausgeschrieben. Und schon wieder könnte mensch Kritik ausüben: Die siebenköpfige Jury ist mit zwei Frauen und fünf Männern besetzt. Dabei forderte 2016 die auch schon damals amtierende Kulturministerin Monika Grütters (CDU): „Gremien, Jurys und Auswahlkommissionen paritätisch besetzen.“

Eine vom Kulturstaatsministerium finanzierte Studie des Deutschen Kulturrates hat ergeben, dass Frauen in Führungspositionen, in Gremien und Jurys sowie in der öffentlichen Kulturförderung und am Kunstmarkt nach wie vor unterrepräsentiert sind und benachteiligt werden. Die Mitglieder vom Runden Tisch „Frauen in Kultur und Medien“ verständigten sich auf ihrer zweiten Plenumssitzung am 30. März 2017 auf folgende sechs spartenübergreifende Forderungen:

  1. Paritätische Besetzung von Jurys und Gremien im Zuständigkeitsbereich der Kulturstaatsministerin
  2. Verstetigung des Runden Tisches
  3. Gender-Monitoring durch kontinuierliche Datenerhebung
  4. Verleihung frauenspezifischer Preise durch die Kulturstaatsministerin
  5. Verbesserung der sozialen Situation von Künstlerinnen
  6. Mentoring
Für Gremien im Sinne des Bundesgremienbesetzungsgesetzes galten schon längst geschlechterbezogene Mindestanteile von 30 Prozent Frauen und 30 Prozent Männern. Diese Mindestanteile erhöhten sich ab dem 1. Januar 2018 auf eine Zielvorgabe von 50 Prozent. Bei anstehenden Neuberufungen sollten diese Vorgaben Berücksichtigung finden.

 

Warum ist das so schwer, dies zu praktizieren? Sogar, wenn man als Politikerin auf Bundesebene diese Forderung (in der Theorie) doch selbst vertritt?

Beim Deutschen Verlagspreis 2020 geht es wieder um über eine Million Euro Preisgelder. Und der Mindestanteil der Frauen in der Jury ist unter 30 Prozent.

Deutscher Verlagspreis 2019 zeigt Mängel der Strukturen

In der Düsseldorfer Erklärung vom 06. Februar 2018 und auf dem öffentlichen Fachgespräch bei DIE LINKE im Bundestag am 18. Juni 2018 forderten eine Reihe von namhaften unabhängigen Verlagen die Einrichtung eines Preises für „würdige Verlage“. Ein Deutscher Verlagspreis wurde nun von Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien, ausgelobt. Kooperationspartner des Ministeriums bei diesem Preis sind der Börsenverein des Deutschen Buchhandels (BöV), dem 1.800 Verlage angehören, und die renommierte Kurt-Wolff-Stiftung (KWS), die mit 119 Verlagen einen Bruchteil unabhängiger Verlage in Deutschland vertritt. Der Mindestbeitrag im Börsenverein beträgt pro Jahr 600 €. Die Mitgliedschaft im Börsenverein ist Voraussetzung zur Aufnahme in die KWS, die sich desweiteren eine Mindestspende von 250 € wünscht und/oder ehrenamtliches Engagement.

Die Teilnahmekriterien des Preises ähneln (bis auf die Mitgliedschaft im BöV) den Aufnahmebedingungen der KWS. Letztendlich sprach man von 312 Verlagen, die sich beworben haben. Dies sind auffällig wenig, da man von 2000 bis 3000 Verlagen bundesweit ausgeht. Anscheinend waren die Bewerbungshürden für die deutliche Mehrheit der kleinen Verlage schon zu hoch. So können sich zum Beispiel nicht alle die Zusammenarbeit mit den Barsortimentern (KNV Zeitfracht, LIBRI und Umbreit) leisten, die in der Regel 50 Prozent Rabatt fordern.

Im Procedere der Bewerbungsphase und Preisträger*innenverkündung gab es diverse formale Pannen, wie die falsche Angabe der Postleitzahl des Ministeriums, die Email-Antwort des Ministeriums sichtbar an 103 Bewerber*innen oder die Nominierung eines Verlages, der über 8 Millionen € Umsatz hat, aber den mit 15.000 € dotierten Preis für Verlage mit unter 3 Millionen € Umsatz erhalten sollte.
Dafür, dass sich auch mindestens ein Wissenschaftsverlag beworben hat, der pro Publikation „Druckkostenzuschüsse“ im vierstelligen Bereich nimmt, konnte das Ministerium nichts und dieser Verlag wurde auch nicht ausgezeichnet.

Ausgezeichnet mit 15.000 € werden 57 Verlage, drei Verlage erhalten sogar 60.000 €. Drei weitere Verlage mit über 3 Millionen € Umsatz erhalten ein undotiertes Gütesiegel.
Nun ist es aber so, dass von den preisgekrönten 60 Verlagen mindestens 35 zur Kurt-Wolff-Stiftung gehören, die ja offizielle Kooperationspartnerin des Bundesministeriums ist. Vielleicht sind es auch mehr als 35 Verlage – die KWS-Internetseite zeigt nur die 91 Mitglieder von 2018 an (gegenwärtig sollen ca. 119 Verlage zur KWS gehören).

Wenn ein Verein und eine Stiftung mit einem Bundesministerium kooperieren und letzteres Bundesgelder (also Steuergelder, keine Vereinsgelder oder Stiftungsgelder) ausschreibt und vergibt, sei es im wirtschaftlichen, sportlichen oder kulturellen Bereich, und dann erhalten die Vorsitzende der Stiftung und ihre beiden  stellvertretenden Vorsitzenden sowie die neu gewählte Vorsitzende des Vereins die Preisgelder und über die Hälfte der weiteren Preisträger*innen gehören zu der Stiftung…. dann würden doch alle an Lobby und Klüngel denken, oder nicht? Auf alle Fälle hinterlässt das einen unwürdigen Beigeschmack.
Entweder man kooperiert ODER man bewirbt sich, beides geht nicht.

Jeder der prämierten Verlage leistet wichtige Arbeit. Es liegt mir auch fern, grundsätzliche Kritik an der KWS zu üben, da sich die Mitgliedschaft für ihre Verlage lohnt.  Kritisieren will ich aber die Außenwirkung des Procederes bzw. der Organisation des Deutschen Verlagspreises. Angesichts gesellschaftlich akzeptierter, sich stetig verschärfender Compliance Regeln, denen sämtliche staatliche Institutionen, Unternehmen und Verbände unterworfen sind, wirken die genannten Fakten doch sehr irritierend. Ich denke die Vergabe des aus öffentlichen Mitteln finanzierten Deutschen Verlagspreises sollte grundsätzlich keinerlei Raum für derartige Irritationen bieten. Das ist dem Bundesministerium und seinen Kooperationspartner*innen meiner Meinung nach in diesem Jahr nicht gelungen.

Weitere Kritikpunkte äußern Veronika Peschkes und Dirk Walter vom Smart & Nett Verlag in ihrer Pressemitteilung und Marc Berger von Edition Schwarzdruck in seinem Blogbeitrag.

Aber all die Überschneidungen sind eigentlich nur die ärgerlichen, äußerlichen Symptome einer fehlenden nachhaltigen Verlagsförderung, der die Verteilungskämpfe sichtbar macht und die noch kleineren Verlage (wieder) außen vor lässt.

Man hätte die Fördersumme von einer Million € auch anders verteilen können. Als Zeichen für die Anerkennung und Unterstützung der Vielfalt, nicht nur für „Leuchttürme“. Viel besser als über eine Preisvergabe wäre eine nachhaltige, tatsächliche Verlagsförderung, die die Sichtbarkeit und Vernetzung durch Strukturen verbessert, Verlage finanziell entlastet und sie als Kulturproduzent*innen anerkennt.

Die „Symptome“ machen zudem deutlich, das die wirklich kleinen Verlage noch keine eigenen hörbaren Netzwerkstrukturen haben. Und derzeit hauptsächlich eine Stiftung die Vorstellung darüber, was ein unabhängiger Verlag ist, prägt und mit definiert.

 

Der neue Bundestag: alt und männlich

117 der 709 Abgeordneten sind über 60 Jahre alt. Das Durchschnittsalter des neuen Bundestages beträgt satte 49,6 Jahre. Damit liegt es fast fünf Jahre über dem Altersschnitt in Deutschland – der betrug 2015 44,3 Jahre.

Der Männeranteil steigt von 63,3 Prozent auf 69,3 Prozent. (Dem stehen 49,3 Prozent Männer in der deutschen Gesellschaft gegenüber.)
Die AfD-Fraktion hat einen Männeranteil von 88,3 Prozent, die Linken 47 Prozent und die Grünen 42 Prozent.

Der Männeranteil der aus Hamburg nach Berlin entsendeten Abgeordneten beträgt:
CDU: 100 Prozent
AfD: 100 Prozent
SPD: 80 Prozent
Grüne: 50 Prozent
Linke: 50 Prozent
FDP: 50 Prozent

Siebenhaar: Verlagen und HändlerInnen geht`s stabil

Handelsblatt-Autor Hans-Peter Siebenhaar kritisiert in seinem neuen Beitrag das Jammern des Börsenvereins, der offiziell die Buchhändler/innen und Verlage vertritt.

Nach den bisherigen „Bedrohungen“ der Branche durch „das Internet“, Apple, Google, Amazon, die Digitalisierung, dem Urteil des Bundesgerichtes zur Ausschüttung der VG Wort-Anteile usw. usf. wird nun das geplante Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz der Bundesregierung dazu benutzt, Untergangsszenarien zu beschwören.

Wahr ist: Verlage und Buchhändler/innen haben beneidenswert stabile ökonomische Situationen (anders als Zeitungs- und Zeitschriftenverlage). In 2016 verzeichneten sie in Deutschland 9,28 Milliarden Euro Umsatz. Zum Vergleich: 2006  lag der Umsatz bei 9,26 Milliarden Euro.
Das Jammern ist also völlig überflüssig. Eher sollte man sich den drängenden Modernisierungsanforderungen stellen, denen die festgefahrenen Vorstellungen einer traditionellen Entstehungs- und Verwertungskette des Buches entgegen stehen.

True Trump News

Das Regierungsbüro von US-Präsident Donald Trump ließ in einer gemeinsamen Pressererklärung von Donald und Melania Trump vom 16. Mai 2017 in Washington verlauten, dass der amtierende US-Präsident Donald Trump sich dazu entschlossen hat, einer Geschlechtsumwandlung zu unterziehen. Ermutigt habe Trump Caitlyn Jenner, ehemals Bruce William Jenner, der sich mit über 60 Jahren ebenfalls zu diesem Schritt entschlossen hatte.
Donald Trump möchte zukünftig unter den Namen Donna McTrump weiter die US-Regierungsgeschäfte führen, allerdings mit einer harten Kursänderung. Damit wird Donna McTrump die erste weibliche US-Präsidentin sein!

Melania Trump begrüsst ausdrücklich die Entscheidung ihres Mannes und wird mit Donna McTrump eine gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft führen, da aus ihrer Beziehung mittlerweile wahre Liebe geworden ist.

Melania Trump war jahrelang in der feministischen Organisation Femen Slowenien aktiv. Als das Zeigen ihrer nackter Brüste kaum noch zu Medienrelevanz führte, entschloss sie sich in Absprache mit anderen Femen-Frauen zu dem scharfsinnigen Plan, einen möglichst alten, reichen und nicht attraktiven US-Bürger aufzutun, um durch dessen Naivität und Know-How (you know?) an die Macht einer führenden Industrienation zu gelangen. Dazu nahm sie sogar Schönheitsoperationen wie Brustvergrösserungen in Kauf und räumte mit vermeintlichen Designklamotten noch ein paar Portemonnaies der Oberklasse.

Melania und Donna geben der Öffentlichkeit weiterhin bekannt, dass es als Paar ihre Strategie war, mit schwachsinnigen, antifeministischen, rassistischen und naiven Wahlversprechen zuerst das Vertrauen der US-Wählerinnen und Wähler sowie des Machos Putins zu gewinnen, um mit schlichten Slogans wie „USA first“ an die Regierungsmacht zu gelangen. Nachdem beide ihr Ziel erreicht haben, wollen sie sich zukünftig nun aber um die wahren Bedürfnisse der Welt kümmern: gute Lebenschancen für alle Menschen, Toleranz und Weltfrieden. Schacka!