Best Publication Award Gender & Medien 2017

Um laufende Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Gender Media Studies hervorzuheben und zu fördern, hat die AG Gender/Queer Studies und Medienwissenschaft der Gesellschaft für Medienwissenschaft den „Best Publication Award Gender & Medien“ ins Leben gerufen, der 2010 erstmals verliehen wurde. Er ist mit 1.000 € dotiert.
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Wikipedia und die (fehlenden) Frauen

wikipedia-edit

Das ist ja so ein Dauerding, dass Frauen die Lust an Wikipedia schnell vergeht: weil Frauen darin einfach zu wenig inhaltlich präsent sind. Männnliche „Torwächter“ haben anscheinend den ganzen lieben langen Tag nix anderes zu tun, als Löschanträge zu stellen bei Beiträgen, die über Frauen sind. Weniger als 10 Prozent der Wikipedia-AutorInnen sind Frauen. Damit sich inhaltlich etwas ändert, gibt es mehrere Aktionen, eine nun hier bei uns in Deutschland: in München am 01. April 2017!
An diesem Samstag wollen Menschen die Wikipedia mit namhaften Künstlerinnen, Musikerinnen, Feministinnen… bereichern beziehungsweise Artikel mit Fotos, Text etc.  ergänzen. Die Art+Feminism Edit-a-thons finden jährlich weltweit in Institutionen wie dem Museum of Modern Art, New York; der Tate, London; der Yale University statt.

MÜNCHENS ERSTER ART+FEMINISM WIKIPEDIA EDIT-A-THON
1. APRIL → 10:30 – 18:00 Uhr Halle der PLATFORM Kistlerhofstr. 70 → Haus 60 → 3. Stock 81379 München

vorläufiger Ablauf:
Registrierung & Welcome Coffee → 10:30 UHR
Kickoff & Paneldiskussion → 11:00 Uhr
Einführung ins Editieren → 12:30 Uhr
Mittagessen → 14:00 Uhr
Erste Editierrunde → 15:00 Uhr
Zweite Editierrunde → 16:30 Uhr
Gemeinsamer Abschluss → 17:30
Bei Bedarf wird die Veranstaltung zweisprachig (Deutsch und Englisch) durchgeführt.
Bitte bring deinen eigenen Laptop mit!
Und falls vorhanden auch gerne Literatur zum Thema Kunst, Kultur und Feminismus.
Für Getränke, Essen und Kinderbetreuung ist gesorgt. Der Eintritt ist frei.
Bitte melde dich bis 27.03. an!  Anmelden geht hier.

Die Eindrücke hier und hier machen Lust auf solche Aktionen. Hier die nächsten Termine/Orte. Die Universitäten in Deutschland wären doch toll für ebensolche Aktionen!

 

„Elle“ (frz. „sie“) mit Isabelle Huppert

Das erste Mal erlebe ich es in einem Kino, das schon beim Abspann die Diskussionen zum Filmstoff bei den meisten BesucherInnen losgehen! Zuvor zwei Stunden packender Filmstoff mit humorvollen Szenen, Kopfschüttel-Szenen, Raten, Dramatik und unerwarteten Entwicklungen. Isabelle Huppert ist eine tolle Besetzung für die Protagonistin Michèle, die zusammen mit ihrer engen Freundin eine Film-Firma mit lauter Hipstern in Paris betreibt. Sie lebt stattlich mit ihrer Katze, hat seit ein paar Monaten einen neuen Geliebten, eine schönheitsoperierte, Callboy-konsumierende, gutsituierte Mutter und mit ihrem Ex-Mann, einem Autor, einen erwachsenen Sohn.
Traumatische Kindheitserlebnisse haben eine Frau aus ihr gemacht, die nach Überfall und Vergewaltigung ihren ganz eigenen Umgang damit findet – ohne Polizei.
Wenn ich nicht erfahren hätte, das der Film von Paul Verhoeven (* 1938) stammt, hätte ich gedacht, er sei von einem kreativen, gutgelaunten feministischen Filmkollektiv.
(Zudem bin ich wirklich froh, dass die Hauptrolle nicht von Nicole Kidman gespielt wurde.)
Elf Sterne, obwohl nur zehn möglich sind 🙂

Marta Press hatte ein gutes Jahr 2016!

Im August/September 2016 hatten wir die Unterstützung von zwei Praktikantinnen und wir haben entsprechend fleißig gearbeitet. Planmäßig ist unser erstes Hardcover- und Kinderbuch erschienen: Flora und der Honigkuss“. Es wurde in der L-Mag und in der Missy positiv rezensiert.
(Dies ist auch ein bißchen ein historisches Ereignis, da Marta Press bislang von manchen feministischen Medien ignoriert worden ist bzw. immer noch wird, wie zum Beispiel von  Emma oder Wir Frauen.

Es gab über 20 Lesungen in diesem Jahr!
Im Juni waren wir mit einem Bücherstand bei der Radical Bookfair in Hamburg vertreten und Ilka Haederle las aus ihrem Buch „Die Andere“.
Im September 2016 lasen unsere drei Autorinnen aus Berlin Juliane Beer, Ulrike Gramann und Katrin Heinau bei der Langen Nacht der Literatur in Hamburg vor ausgebuchtem Lesesaal.

Die Autorin Barbara Müller und die Illustratorin Ann-Kathrin Nikolov lasen im November 2016 auf der Messe „Queeres Verlegen“ in Berlin und der verlagseigene Bücherstand wurde sehr gut frequentiert. Als Standnachbarinnen hatten wir die erfahrenen Kolleginnen vom Verlag „Krug & Schradenberg“. Und es gab ein schönes Essen mit einigen Autorinnen und der Verlegerin im „Safran“.

Ein großer Erfolg war natürlich die Nominierung des Buches „Pici“ von Robert Scheer auf der Longlist der Hotlist der Unabhängigen Independentverlage. Von 158 Einsendungen kamen wir unter die ersten 30.
Im Dezember 2016 hat der Tagesspiegel das Buch in seinem Beitrag „Ich denke, sie verhungerten einfach“ gewürdigt.

Alles in Allem ist die Verlegerin sehr zufrieden mit dem Verlagsjahr. Und mit spannenden Büchern wird es in 2017 weitergehen! Hier schon mal die Vorschau!

Zwei Typen blöd und sie sehr erfolgreich

Der italienische „Enthüllungsjournalist“ Claudio Gatti hat sensationslüstern die Identität der unter dem Pseudonym Elena Ferrante weltweit erfolgreich schreibenden Autorin gelüftet und FAZ-Redakteur Andreas Platthaus sowie Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung sind so blöd und präsentieren die Enthüllung als besondere Leistung inklusive Namensnennung. Was zum Glück auf kein Verständnis in der Öffentlichkeit stieß!

Als wäre das Nein einer Autorin kein Nein, so Iris Radisch.

Ferrante äußerte zuvor bezüglich ihres Pseudonyms, dass sie der Trubel abstoße, der heute um Autoren veranstaltet werde. Bücher sollten für sich selbst sprechen. Ihr Hausverlag ist übrigens ein Kleinverlag: Edizioni e/o in Rom.

cover-ferranteEin im Zusammenhang mit der Autorin und gewissen Verlags- und Buchmarktstrukturen echter Skandal ist es, dass deutsche Verlage zu lange zögerlich beim Lizenzkauf der Bücher von Elena Ferrante waren, gilt sie doch als wichtige Vertreterin zeitgenössischer Literatur. 2011 erschien ihr Roman „L’amica geniale“, der 2015 von der BBC zu den besten 20 Romanen von 2000 bis 2014 gewählt wurde. In Deutschland ist das Buch erst im August 2016 unter dem Titel „Meine geniale Freundin“  bei Suhrkamp erschienen.
Ihr Roman „Storia della bambina perduta“ („Die Geschichte des verlorenen Kindes“) war für den Man Booker International Prize 2016 nominiert.

Bis Ende 2017 sollen nun sämtliche Neapel-Romane von ihr auf Deutsch erscheinen:
„Meine geniale Freundin“, August 2016: Elena erzählt über die Kindheit und Jugend von sich und ihrer Freundin Lila in einem von Armut und Kriminalität geplagten Viertel Neapels.
„Die Geschichte des neuen Namens“, Februar 2017: die rivalisierende Freundschaft geht weiter, Lila heiratet viel zu früh, Elena geht zum Studium nach Pisa.
„Die Geschichte der getrennten Wege“, Juli 2017: Lila ist Arbeiterin, Elena erfolgreiche Autorin, aber ihre Freundschaft hält.
„Die Geschichte des verlorenen Kindes“, September 2017: die Freundinnen werden älter, es gibt eine zerbrechende Liebe und familiäre Zwänge, in einem von der Camorra dominierten  Neapel…