Stolperstein für Ida Hesse (* 1892 – + 1942)

Am 24. und 25. Oktober 2017 werden in Hamburg wieder Stolpersteine verlegt. Hier eine Liste der neuen Stolpersteine. Mit dabei ist „unser“ Stolperstein für Ida Hesse in der Kottwitzstraße 4 in Hamburg-Hoheluft. Er wird im Rahmen des Buchprojektes „Nichts in meinem Leben ist normal, nichts… Die Traumata im Leben der Künstlerin Eva Hesse (1936-1970)“  verlegt. Die offizielle Einweihungsfeier werden wir im November 2017 abhalten.

Ida Hesse wurde am 27.08.1892 als Ida Hofmann in Thüngen geboren und heiratete zwischen 1921 und 1925 den Witwer Semmi Hesse, der am 15.10.1925 in Hamburg verstarb.
Ida Hesse lebte in Hamburg in der Blücherstraße 4 (heute Kottwitzstraße), bis sie ca. 1939 in ein so genanntes „Judenhaus“ in die Rentzelstraße 34 einziehen musste. Am 11. Juli 1942 wurde Ida Hesse von Hamburg über Berlin in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurde.

Die später berühmte Künstlerin Eva Hesse war die Stief-Enkeltochter von Ida Hesse.
Eva Hesse und ihre Schwester Helen Hesse konnten 1939 durch ihre Eltern Ruth und Wilhelm Hesse durch einen Kindertransport nach Holland gerettet werden. Die Familie lebte nach der weiteren Flucht in New York.
Trotz grosser Bemühungen gelang es der Familie Hesse nicht, weitere Familienmitglieder aus Nazideutschland zu retten. 1946 nahm sich Ruth Hesse (* 1907 – + 1946), die Mutter von Eva und Helen, das Leben. Hierzu trugen sicherlich der Schmerz wegen der Ermordung ihrer Eltern Erna Marcus und Moritz Marcus (beide 1944 im KZ Auschwitz) sowie ihrer Schwägerin Martha Hesse (geb. Baruch; * 1908 – + 1945 KZ Bergen-Belsen) und ihres Schwagers Nathan Hesse (* 1905 – + 1945 KZ Bergen-Belsen) bei.

Vererbte Narben – Generationsübergreifende Traumafolgen

Noch bis 09. September 2017 in der arte-Mediathek: eine Reportage von Liz Wieskerstrauch: Vererbte Narben – Generationsübergreifende Traumafolgen.

Aus der Ankündigung:

(…) Familiengeheimnisse, körperliche und seelische Traumata, familiärer Stress und zementierte Glaubenssätze wirken sich nicht nur auf diejenigen aus, die es selbst erleiden, es kann sich sogar auf die nachfolgenden Generationen auswirken. Diese entwickeln dann Symptome, als hätten sie das Leid der Eltern selbst erlebt: unerklärliche Ängste, Beziehungsstörungen, Alpträume und psychosomatische Erkrankungen. Und sie inszenieren die Schrecknisse der Eltern und Großeltern unbewusst immer wieder neu. Die schlimmsten Verursacher von Traumafolgestörungen und deren Übertragung auf die nachfolgenden Generationen sind Kriege. Sie produzieren Schmerz, Verlust und großes Leid auch bei den Kriegskindern, obwohl ihnen doch die Gnade der späten Geburt zuteil wurde.

Visionen im Kontext von Verlagswesen, Buchhandel, AutorInnen und RezipientInnen

Gegenwärtig sind spannende Entwicklungen und – teils noch zögerliche – Weichenstellungen im Kontext von Wissensproduktion und -konsum zu beobachten. Folgende Verschiebungen und Entwicklungen hält die Verlegerin im Zuge der Digitalisierung in diesem Kontext in einigen Jahren für wahrscheinlich:
– das „Verzeichnis lieferbarer Bücher“ (kurz: VLB) wird eine höherwertige Schnittstelle zwischen produzierenden und konsumierenden Einrichtungen einnehmen. Präzisere Verschlagwortungen & Stichwörter, Inhaltsverzeichnisse und umfangreichere Daten zu den Wissensproduzierenden/AutorInnen werden im VLB von qualifizierten Fachkräften der Verlage angelegt und von dort aus zentral abrufbar sein: sowohl für (End-)KonsumentInnen als auch Wissenseinrichtungen, Medien etc.
– Die manuellen bibliographischen Eingaben von BibliothekarInnen an den einzelnen Hochschulbibliotheken und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen entfallen.
– Buchbestellungen sind digital per VLB möglich.
– Die Bestellungen über den regionalen Buchhandel seitens der einzelnen Hochschulbibliotheken und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen entfallen.
– Jedes Buch im VLB ist in digitaler Form hinterlegt.
– Druckereien produzieren überwiegend im Digitaldruckverfahren bzw. weiter optimierten Verfahren. Im Offsetdruck werden nur noch wenige Werke gedruckt.
– Lagerkosten sinken demzufolge rapide für Druckereien, Verlage und herkömmliche Vertriebsstrukturen.
– das VLB fungiert als grösste Buch-Datenbank. Verkäufe/Abrufe werden direkt mit den einzelnen Verlagen bzw. Selfpublishern abgerechnet.

Wird fortgesetzt….